Mehr als drei Viertel der Bewerbungen sind 2009 auf elektronischem Weg bei den österreichischen Unternehmen eingelangt. Nur noch 5 Prozent der Unternehmen wollen auf Papier gedruckte Bewerbungen. Damit setzt sich der Trend zur Bewerbung per E-Mail oder Online-Formular viel rascher fort, als erwartet.
Dieser Trend entspricht ganz den Wünschen der HR-Verantwortlichen: Nur noch 5,4 Prozent wollen eine papierbasierte Bewerbungsmappe per Post zugesandt bekommen. Dem entsprechend werden auch die offenen Stellen zu mehr als zwei Drittel über Internet- Stellenbörsen ausgeschrieben. Drei Viertel der Neueinstellungen gehen auf eine Stellenanzeige im Internet zurück.
Internet und E-Mail sind aus dem beruflichen Alltag nicht mehr wegzudenken. Bewerber, die Ihre Unterlagen elektronisch übermitteln zeigen, dass sie mit diesen Kommunikationstechniken vertraut sind und entsprechen damit klar den Wünschen der HR-Verantwortlichen: „E-Mail-Bewerbungen werden bei uns als „State of the Art“ angesehen. In allen Inseraten wünschen wir die Übermittlung der Bewerbungsunterlagen per E-Mail“, gibt Gerda Brandt, Geschäftsführerin des Wiener Personalberatungsunternehmens PERSONAL CONSULTING, zu verstehen: „Nur mehr ganz vereinzelt erhalten wir Bewerbungen auf dem klassischen Postweg.“
Einzige Ausnahme sind Berufe mit kreativen Aufgaben: „Wer seine Bewerbung originell gestaltet oder außergewöhnlich verpackt per Post sendet, zeigt sein kreatives Potenzial. In Bereichen wie Werbung, Marketing oder Grafik könnte ein Bewerber so das Rennen um den ausgeschriebenen Job machen.“
Grundsätzlich gelten für Online-Bewerbungen dieselben Richtlinien wie für Bewerbungen auf gedrucktem Papier: Ein übersichtlicher und ausführlicher Lebenslauf, ein seriöses Foto und ein individuell formuliertes Anschreiben, das direkten Bezug auf die ausgeschriebene Stelle nimmt. Wer diese Grundsätze missachtet riskiert, vorzeitig im Bewerbungsverfahren auszuscheiden. Oberstes Gebot für den elektronischen Versand: Bewerbungen per Massenmail sind absolut verpönt. „Wer dieselbe Bewerbung gleichzeitig und für alle Adressaten sichtbar auch an andere Personalberater mailt, minimiert seine Chancen auf den Job“, erklärt Wolfgang Rom, Partner der Personal Consulting.
Die Studie „Recruiting Trends Österreich“ wird seit 2007 jährlich durchgeführt. Das Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Frankfurt am Main und Bamberg befragt in Zusammenarbeit mit der Jobbörse Moster Wordwide Austria die 500 größten Unternehmen Österreichs und berichtet über die aktuellen Trends in der Personalbeschaffung.
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